K+S
Weltkarte

Lagebericht

Abweichungsanalyse in % Q3/06 9M/06  
Umsatzveränderung + 7,7 + 6,0  
- Menge/Struktur - 1,2 - 0,2  
- Preis/Preisstellung + 4,5 + 4,2  
- Währung - 0,9 + 0,4  
- Konsolidierung + 5,3 + 1,6  

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft zeigte sich auch im dritten Quartal in robuster Verfassung, wobei sich die Wachstumsdynamik aufgrund einer Abkühlung in den USA etwas verlangsamte. Das Wachstum in Asien befindet sich trotz dämpfender Maßnahmen der chinesischen Regierung weiterhin auf hohem Niveau, und Europa erlebt eine Phase kräftigen wirtschaftlichen Aufschwungs. Während die Preise für Industrierohstoffe seit Mitte des Jahres stagnieren, hat sich der Preis für Rohöl nach seinem Hoch bei knapp 80 US$ mittlerweile auf unter 60 US$ reduziert und kostet damit etwa so viel wie zu Jahresbeginn. Die US-amerikanische Währung pendelte im Verhältnis zum Euro während des dritten Quartals in einem engen Band von 1,25 bis 1,29 USD/EUR und lag damit sehr gut innerhalb der definierten Bandbreiten unserer zur Währungssicherung abgeschlossenen Optionen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Geschäftsfeld Düngemittel und Pflanzenpflege: Das starke Wachstum der Weltwirtschaft, das zum großen Teil vom Aufschwung der Schwellenländer getragen wird, beeinflusst auch den Erfolg der K+S Gruppe. Die von unseren Wettbewerbern Ende Juli ausgehandelte Preiserhöhung von 25 US$ je Tonne Kalidüngemittel (MOP) für den chinesischen Markt hatte eine positive Signalwirkung. Der hohe Mengenabfluss hat das internationale Mengen- und Preisgefüge für Kalidüngemittel stabilisiert und dem vorübergehend regional aufgetretenen Preisdruck entgegengewirkt.

Umsätze nach Geschäftsbereichen
Jan. - Sept. 2006

 

Geschäftsfeld Salz: Der westeuropäische Salzmarkt zeigte auf der Nachfrageseite eine stabile Entwicklung. Verbrauchsschwankungen fielen in den einzelnen Salzsegmenten nur moderat aus. In Nordamerika laufen die Vorbereitungen für das bevorstehende Wintergeschäft mit Auftausalz; bei den laufenden Ausschreibungen kam es zu keinen gravierenden Änderungen der Marktstruktur. Der südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wächst im Einklang mit der dortigen Bevölkerungsentwicklung und wird zusätzlich unterstützt von dem wirtschaftlichen Wachstum dieses Wirtschaftsraums.

Rechtliche Konzernstruktur

Die vollständige Konsolidierung der SPL Gruppe erfolgte erstmals per 30. Juni 2006.

Umsatz steigt im dritten Quartal um knapp 8 %

Der Umsatz des dritten Quartals übertraf mit 670,1 Mio. € den Vorjahreswert um 47,7 Mio. € bzw. knapp 8 %; der Anstieg ist neben der erstmaligen Konsolidierung der SPL auf Preiseffekte zurückzuführen. Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte konnte den Umsatz aufgrund der im Jahresvergleich höheren Weltmarktpreise für Kalidüngemittel erneut kräftig steigern. Auch die übrigen Geschäftsbereiche haben bis auf fertiva beim Umsatz weiter zugelegt. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz überwiegend preisbedingt um 126,0 Mio. € auf 2.225,7 Mio. €. Der größte Umsatzanteil entfiel mit 42 % auf den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte.

Operatives Ergebnis steigt im dritten Quartal um 34 %

Das um die zahlungsunwirksamen Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarsicherung eingesetzten Devisenoptionen bereinigte operative Ergebnis EBIT I stieg im dritten Quartal um 13,1 Mio. € bzw. 34 % auf 51,7 Mio. €. Höhere Düngemittelpreise, positive Effekte aus der Währungssicherung, Effizienzsteigerungen sowie ein starker Frühbezug bei Auftausalz trugen dazu bei, dass sich alle Geschäftsbereiche verbessert haben. Die stark gestiegenen Energie- und Frachtkosten wurden insgesamt überkompensiert. In den ersten neun Monaten erreichte das EBIT I der K+S Gruppe 224,2 Mio. € und lag damit 22,1 Mio. € bzw. 11 % über dem Vorjahresergebnis.

Umsätze nach Regionen
Jan. - Sept. 2006

 

Marktwerte der Kurssicherungsgeschäfte im dritten Quartal deutlich positiv

Nach IFRS müssen die Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarkurssicherung eingesetzten Bandbreitenoptionen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Während der zahlungswirksame Währungserfolg aus bereits ausgeübten Optionen in das operative Ergebnis EBIT I einfließt, weisen wir die nicht zahlungswirksamen Marktwertveränderungen der noch ausstehenden Optionen als Überleitung zum EBIT II aus. Die bis zum Fälligkeitstermin dieser Optionen auftretenden Marktwertveränderungen sind für den operativen Erfolg von K+S nicht relevant. Durch unser Währungsmanagement erreichen wir, dass eine Kurssicherung grundsätzlich bis zum Ausübungstag erhalten bleibt.

Im dritten Quartal 2006 ist das Ergebnis nach Marktwertveränderungen EBIT II um 43,4 Mio. € auf 97,0 Mio. € gestiegen. Die Höhe der Marktwerte am Abschlussstichtag ist u. a. von Faktoren wie dem USD/EUR-Kassakurs, der Volatilität des Wechselkurses und den Laufzeiten der Optionen abhängig.

Finanzergebnis nach SPL-Erwerb niedriger

Das Finanzergebnis betrug im dritten Quartal - 5,2 Mio. € und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Mio. € verringert. Während das sonstige Finanzergebnis weitgehend stabil blieb, führten die im  Zusammenhang mit dem Erwerb der SPL zu zahlenden Kreditzinsen zu einer Reduzierung des Zinssaldos. Analog dazu entwickelte sich das Finanzergebnis der ersten neun Monate; hier war ein Rückgang um 4,1 Mio. € auf - 11,3 Mio. € zu verzeichnen. Das Finanzergebnis enthält neben dem Zinsaufwand für  Pensionsrückstellungen (9M/2006: - 5,5 Mio. €) auch den Zinsaufwand für sonstige langfristige Rückstellungen, im Wesentlichen Rückstellungen für bergbauliche Verpflichtungen (9M/2006: - 10,4 Mio. €); beide sind nicht zahlungswirksam. Weitere Angaben hierzu finden Sie im Anhang.

Bereinigte Ergebnisse vor und nach Steuern im dritten Quartal kräftig gestiegen

Aufgrund der begrenzten wirtschaftlichen Aussagekraft sowie der hohen Schwankungsbreite der Marktwerte unserer Devisenoptionsgeschäfte weisen wir zusätzlich ein um diese Effekte bereinigtes Ergebnis vor bzw. nach Steuern aus. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern berücksichtigt damit auch die Auswirkungen der Marktwertveränderungen auf die latenten Steuern.

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern erreichte im dritten Quartal 46,5 Mio. €; gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg von 10,0 Mio. € bzw. 27 %. Nach IFRS erfolgt u. a. wegen der Geltendmachung steuerlicher Verlustvorträge ein fiktiver Ausweis von latenten Ertragsteuern, d. h. zahlungsunwirksamen Steuern. Im dritten Quartal war von den insgesamt 31,7 Mio. € Ertragsteuern mehr als die Hälfte nicht zahlungswirksam. Weitere Angaben zur Ertragsteuerbelastung finden Sie im Anhang. Das um den Effekt der Marktwertveränderungen bereinigte Konzernergebnis nach Steuern betrug im dritten Quartal 31,5 Mio. €; dies ist ein Anstieg um 7,7 Mio. € bzw. 32 %. In den ersten neun Monaten stieg das bereinigte Konzernergebnis um 16,1 Mio. € bzw. 13 % auf 141,7 Mio. €. Angaben zum Ergebnis je Aktie finden Sie im Anhang.

Brutto-Cashflow steigt in den ersten neun Monaten um 6 %

Der Brutto-Cashflow, d. h. der Cashflow vor Änderungen des Working Capital, lag in den ersten neun  Monaten mit 251,9 Mio. € um 6 % über dem Wert des Vorjahres (9M/2005: 237,5 Mio. €). Das höhere operative Ergebnis konnte gestiegene Ertragsteuerzahlungen mehr als ausgleichen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 200,7 Mio. € und verringerte sich damit um 56,7 Mio. € gegenüber dem Vorjahresniveau. Eine stärkere Rückführung von operativen Verbindlichkeiten sowie höhere Verbräuche kurzfristiger Rückstellungen waren hierfür maßgebend. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit war in den ersten neun Monaten aufgrund des Erwerbs der SPL deutlich höher als im Vorjahr (- 379,6 Mio. €).

In den ersten neun Monaten hat sich infolge des Erwerbs der SPL auch der freie Cashflow mit - 178,9 Mio. € nach 197,3 Mio. € im Vorjahr deutlich verringert. Bereinigt um die Akquisitionszahlung beträgt er 179,7 Mio. € (9M/2005: 197,3 Mio. €). Die im Zusammenhang mit dem Erwerb der SPL erfolgte Kreditaufnahme führte auch nach Dividendenzahlung zu einem positiven Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 124,2 Mio. €; wir weisen damit zum 30. September 2006 eine Nettoverschuldung von 648,7 Mio. € aus.

Investitionen wie erwartet um 18 % gestiegen

Im dritten Quartal haben wir 33,2 Mio. € investiert und lagen um 5,0 Mio. € bzw. 18 % über dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Hauptanteil der Investitionen entfiel auf den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte; insbesondere Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die unter- und übertägige Infrastruktur sowie Energieinvestitionen standen im Vordergrund. Auf die SPL entfielen 0,7 Mio. € insbesondere für die Kapazitätserweiterung des Hafens. In den ersten neun Monaten betrugen die Investitionen 79,0 Mio. €; der Anstieg von 13,3 Mio. € ist hauptsächlich auf Überhänge aus dem Vorjahr zurückzuführen.

Für das Jahr 2006 rechnen wir einschließlich der Investitionsüberhänge mit einem Investitionsvolumen von etwa 150 Mio. €. Schwerpunkte bilden Erhaltungsinvestitionen und kleinere Optimierungsmaßnahmen zur Kapazitätssicherung. Die Höhe der Abschreibungen erwarten wir bei knapp 130 Mio. €.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen im dritten Quartal bei 3,2 Mio. € (Q3/2005: 3,5 Mio. €); in den ersten neun Monaten lagen sie mit 10,1 Mio. € leicht über dem Vorjahreswert von 9,9 Mio. €. Für das Jahr 2006 erwarten wir Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von rund 13 Mio. €.

Personalzahl erhöht sich nach SPL-Übernahme

Am 30. September 2006 waren in der K+S Gruppe insgesamt 11.843 Mitarbeiter beschäftigt; davon entfallen 749 Mitarbeiter auf den Mitte des Jahres erworbenen Salzproduzenten SPL. Am Jahresende 2006 sollte die Zahl der Mitarbeiter auf dem gleichen Niveau liegen. Die Zahl der Auszubildenden belief sich am 30. September 2006 auf 621 – ein Zuwachs von 33 Auszubildenden im Vergleich zum Vorjahr.

Im dritten Quartal betrug der Personalaufwand 159,1 Mio. € und lag damit 7 % über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg ist in erster Linie auf die erstmalige Einbeziehung der SPL sowie die Tariferhöhung ab August 2006 zurückzuführen. Trotz des SPL-Erwerbs rechnen wir für das Gesamtjahr 2006 nur mit einer moderaten prozentualen Erhöhung des Personalaufwands.

Nachtragsbericht

Nach Quartalsabschluss ergaben sich keine signifikanten Änderungen bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bei der Betrachtung des Branchenumfelds ist zu berücksichtigen, dass der russische Kaliproduzent Uralkali Ende Oktober seine Kaligrube Berezniki I aufgrund eines Laugenzuflusses aufgeben musste. Uralkali berichtete, dass der Verlust der Grube im kommenden Jahr zu einem Produktionsverlust von 1,2 Mio. Tonnen Ware führen wird.

Ausblick für das Jahr 2006 leicht angehoben

Die zu Beginn geschilderten günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollten auch in den verbleibenden Wochen des Jahres 2006 ihre Gültigkeit behalten. Ein Rückgang der Gaspreise müsste sich mittelfristig auch in der Energierechnung der K+S Gruppe positiv auswirken.

Auf den Agrarmärkten sollte die im Verhältnis zum Verbrauch tendenziell nicht ausreichende Nahrungsmittelproduktion zu weiter abnehmenden Lagerbeständen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen führen. Die infolgedessen zu erwartenden weiteren Preissteigerungen dürften den Einsatz mineralischer Düngemittel forcieren. Zusätzliche günstige Auswirkungen auf die Düngemittelnachfrage hat der Trend zu nachwachsenden Rohstoffen. Nach der mit China und Indien erzielten Einigung bei den Preisverhandlungen für Kalidüngemittel sollte die aufgrund der hohen Auslieferungen zu beobachtende starke Reduzierung der Lagerbestände das internationale Preisniveau weiter festigen. Das Salzgeschäft wird im vierten Quartal maßgeblich von der winterlichen Witterung abhängig sein. Dabei gehen wir sowohl für den europäischen als auch für den nordamerikanischen Markt von mittleren langjährigen Absatzwerten aus.

Unter den genannten Prämissen sollte der Umsatz der K+S Gruppe im Jahr 2006 auf 3,0 bis 3,1 Mrd. € ansteigen (bisherige Prognose: 3,0 Mrd. €; Vorjahr: 2,8 Mrd. €); wir rechnen dabei mit einem Umsatzbeitrag der SPL von unverändert gut 100 Mio. €. Beim operativen Ergebnis EBIT I der K+S Gruppe erwarten wir einen Wert zwischen 275 und 285 Mio. € (bisher: 265 bis 280 Mio. €; Vorjahr: 250,9 Mio. €); auf die SPL dürften hiervon 12 bis 15 Mio. € im 2. Halbjahr 2006 entfallen. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern sollte zwischen 165 und 175 Mio. € liegen (bisher: 160 bis 170 Mio. €; Vorjahr: 161,3 Mio. €); dies entspräche einem bereinigten Ergebnis je Aktie von rund 4,00 bis 4,25 €/Aktie (bisher: 3,90 bis 4,10 €/Aktie; Vorjahr: 3,81 €/Aktie).

Auch für das Jahr 2007 sind wir zuversichtlich. Die weltweit wieder wachsende Nachfrage nach Kalidüngemitteln dürfte bei einer stagnierenden Angebotskapazität positive Auswirkungen auf das Preisniveau haben. Die anhaltende Vollauslastung der Kalidüngemittelproduktion bei K+S erfordert einen höheren Aufwand. Das operative Ergebnis der K+S Gruppe sollte im kommenden Jahr – einen im langfristigen Vergleich normalen Auftausalzabsatz unterstellt – dennoch an das sehr hohe Niveau des Jahres 2006 wieder heranreichen können.

Der Vorstand, 7. November 2006Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der K+S Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf der Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit geschilderten Erwartungen abweichen.

 

 

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