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Lagebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die im Geschäftsbericht 2006 abgegebenen Prognosen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in 2007 behalten nach der Betrachtung der ersten neun Monate weitestgehend ihre Gültigkeit: Die Weltkonjunktur hat in 2007 zwar etwas an Fahrt verloren, ist jedoch weiter spürbar gewachsen. Hierzu hat vor allem der rasante wirtschaftliche Aufschwung in den Entwicklungs- und Schwellenländern beigetragen. Dämpfend wirken momentan die Finanzmarktturbulenzen infolge der Immobilienkrise in den USA.

Die beschriebenen Rahmenbedingungen prägten auch das dritte Quartal. Die US-amerikanische Währung wurde im Verhältnis zum Euro zunehmend schwächer und notierte Ende September knapp unter einem Kurs von 1,43 USD/EUR. Die Preise für Industrierohstoffe zogen im dritten Quartal weiter an. Rohöl kostete Ende September zeitweise über 80 US$ je Barrel. Im Berichtsquartal lag der durchschnittliche Rohölpreis spürbar höher als ein Jahr zuvor.

Auswirkungen auf K+S

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im dritten Quartal hatten folgende Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von K+S:

  Der schwächer gewordene US-Dollar machte eine Anpassung unserer zur Währungssicherung eingesetzten Devisenoptionen notwendig. Dadurch verschlechterte sich der erwartete durchschnittliche Sicherungskurs inkl. Prämienzahlung für das Jahr 2007 von 1,08 USD/EUR auf etwa 1,20 USD/EUR.

  Neben dem absoluten Währungsverhältnis ist auch der relative Vergleich zwischen dem Euro sowie den Währungen unserer Wettbewerber jeweils zum US-Dollar von besonderer Bedeutung. Ein schwacher US-Dollar hat bei den meisten Kaliproduzenten einen negativen Einfluss auf das Erlösniveau; dies hängt damit zusammen, dass der Großteil der weltweiten Kaliprodukte außerhalb des US-Dollarraums hergestellt wird, jedoch der überwiegende Teil der Verkäufe in US-Dollar fakturiert wird. Seit Jahresbeginn ist der US-Dollar gegenüber der kanadischen und auch der russischen Währung deutlich schwächer geworden.

  Unsere Produktionskosten sind in nicht unerheblichem Maße von Energiekosten, insbesondere für den Bezug von Gas, beeinflusst. Steigende Erdölpreise führen in der Regel zu einer Verteuerung des Gasbezugs. Der weitere Anstieg des Ölpreises im dritten Quartal hatte aufgrund der Zeitformeln in den abgeschlossenen Lieferverträgen sowie durch Absicherungsgeschäfte keine spürbaren Auswirkungen auf unsere Energiekosten.

 

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Geschäftsfeld Düngemittel und Pflanzenpflege

Die im Geschäftsbericht 2006 gemachten Angaben zu Branchenstruktur und Position unseres Unternehmens innerhalb der Kalidüngemittelbranche sind nach wie vor gültig. Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen haben sich sogar weiter verbessert. Die Preise für Agrarprodukte sind u. a. aufgrund des kräftigen wirtschaftlichen Aufschwungs in den Schwellenländern und der damit einhergehenden Entstehung einer neuen Mittelschicht mit anderen, zum Teil westlich geprägten Ernährungsgewohnheiten weiter deutlich gestiegen. Zusätzlich hat die wachsende Bedeutung der Bioenergieerzeugung in 2007 die Landwirte bestärkt, ihre Bodenbewirtschaftung zu intensivieren. Beide Effekte führen zu einem erhöhten Düngemitteleinsatz. Nachdem die internationalen Kalidüngemittelhersteller derzeit alle in der Nähe ihrer theoretisch verfügbaren technischen Kapazität (in 2007 geschätzt: rund 60 Mio. t Ware) produzieren, führt die gestiegene Nachfrage (in 2007 geschätzt: 57 Mio. t Ware) wie erwartet zu Verfügbarkeitsengpässen und damit zu weiteren Preisanstiegen bei Kalidüngemitteln. Zusätzlich zu den in der ersten Jahreshälfte annoncierten und mittlerweile umgesetzten Preissteigerungen kündigten die kanadischen und weißrussischen/russischen Produzenten im dritten Quartal für Südostasien zwei weitere Preisanhebungen für Standard-Kalidüngemittel um insgesamt 70 US$ auf 330 US$ an. In Brasilien wurden außerdem Granulatpreise von 345/355 US$ für November/Dezember avisiert, und in Europa erhöhte sich das Preisniveau für Granulat in zwei Schritten à 12 € und 15 € im September auf 227 € je Tonne.

Unser Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte profitierte im Jahr 2007 von der geschilderten günstigen Angebots- und Nachfragesituation über deutlich höhere erzielte Erlöse für Kaliprodukte. Die Kapazitäten in unseren sechs Kalibergwerken in Deutschland sind vollständig ausgelastet und wie bei den meisten Anbietern kommt es auch bei uns zu Auslieferungsverzögerungen.

Geschäftsfeld Salz

Die im Geschäftsbericht 2006 dargestellte Branchenstruktur und Position unseres Unternehmens auf den globalen Salzmärkten sowie die Einschätzung der künftigen Branchensituation behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Die Betrachtung des dritten Quartals zeigt, dass hier der außergewöhnlich warme Winter zu Beginn des Jahres noch seine Spuren beim westeuropäischen Auftausalzgeschäft hinterließ. Gefüllte Läger auf Kundenseite führten zu einem deutlich geringeren Frühbezug als im Vorjahr. Im nordamerikanischen Auftausalzmarkt wirkte sich der verspätete starke Wintereinbruch positiv aus, so dass der Frühbezug dort relativ normal verlief. In den Segmenten Speise- und Gewerbesalz verlief das Geschäft in Europa stabil, während die Nachfrage nach Industriesalz stark angezogen hat. Der südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wächst im Einklang mit der dortigen Bevölkerungsentwicklung und wird zusätzlich unterstützt vom starken wirtschaftlichen Aufschwung.

Produkte und Dienstleistungen

Für eine umfassende Darstellung unserer Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Geschäftsbericht 2006. Seitdem gab es keine Veränderungen des Produkt- und Dienstleistungsangebots, die wesentlichen Einfluss auf den Geschäftserfolg der K+S Gruppe haben. Auch für das kommende Jahr gehen wir von keinen wesentlichen Veränderungen aus.

Abweichungsanalyse in % Q3/07 9M/07
Umsatzveränderung + 8,5 + 10,1
- Menge/Struktur - 1,6 - 0,4
- Preis/Preisstellung + 12,4 + 6,8
- Währung - 2,3 - 2,1
- Konsolidierung + 5,8
     

Umsatz steigt im dritten Quartal um knapp 9 %

Der Umsatz des dritten Quartals übertraf mit 727,1 Mio. € den Vorjahreswert um 57,0 Mio. € bzw. knapp 9 %; der Anstieg ist auf positive Preiseffekte zurückzuführen, die leichte Währungs- und Mengeneinbußen mehr als ausgleichen konnten. Erfreuliche Umsatzzuwächse erzielten die Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte, COMPO und fertiva.

Das deutlich schwächere Früheinlagerungsgeschäft führte beim Geschäftsbereich Salz allerdings zu einem deutlichen Umsatzrückgang. In den ersten neun Monaten stieg der Konzernumsatz sowohl wegen positiver Preiseffekte als auch aufgrund der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung der SPL um 224,7 Mio. € bzw. 10 % auf 2.450,4 Mio. €.

Umsätze je Geschäftsbereich
Jan. – Sept. 2007
(Angaben in %)

Rund 67 % des Konzernumsatzes wurden in Europa erzielt; knapp 42 % des Umsatzes entfielen auf den größten Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte.

Operatives Ergebnis legt im dritten Quartal mit 79,4 Mio. € deutlich zu (+ 54 %)

Das operative Ergebnis EBIT I ist frei von zahlungsunwirksamen Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarsicherung eingesetzten Devisenoptionen und beinhaltet lediglich den aus der Kurssicherung in der Berichtsperiode tatsächlich erzielten Sicherungserfolg.

Das operative Ergebnis EBIT I stieg im dritten Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahr um 27,7 Mio. € bzw. knapp 54 % auf 79,4 Mio. €; dies ist vor allem auf deutliche Ergebnissteigerungen im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zurückzuführen. In den ersten neun Monaten übertraf das EBIT I der K+S Gruppe mit 252,1 Mio. € das Vorjahresniveau um rund 12%. Der deutlich schwächere Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Salz aufgrund des ungewöhnlich geringen Auftausalzabsatzes zu Beginn des Jahres konnte somit deutlich überkompensiert werden.

Marktwerte der Sicherungsgeschäfte im dritten Quartal deutlich schwächer

Nach IFRS werden die Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarkurssicherung eingesetzten Bandbreitenoptionen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Während der zahlungswirksame Sicherungserfolg aus bereits ausgeübten Optionen in das operative Ergebnis EBIT I einfließt, weisen wir die nicht zahlungswirksamen Marktwertveränderungen der noch ausstehenden Optionen als Überleitung zum EBIT II aus. Die bis zum Fälligkeitstermin dieser Optionen auftretenden Marktwertveränderungen sind für den operativen Erfolg von K+S nicht relevant. Durch aktives Währungsmanagement, ggf. auch unter Inkaufnahme zusätzlicher Prämienzahlungen für die Anpassung der Bandbreiten, können wir sicherstellen, dass eine Kurssicherung grundsätzlich bis zum Ausübungstag erhalten bleibt.

Umsätze nach Regionen
Jan. – Sept. 2007
(Angaben in %)

Das Ergebnis nach Marktwertveränderungen EBIT II fiel im Berichtsquartal um 251,1 Mio. € auf - 154,1 Mio. € und war damit gegenläufig zur Entwicklung des EBIT I. Hierfür ausschlaggebend war, dass die Marktwerte aus Sicherungsgeschäften im dritten Quartal deutlich an Wert verloren haben, nachdem sich der US-Dollarkurs einem Teil der von uns definierten oberen Knock-outs relativ deutlich genähert hatte. In den ersten neun Monaten 2007 lag das Ergebnis nach Marktwertveränderungen EBIT II aus demselben Grund mit 30,6 Mio. € um 298,8 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Die Höhe der Marktwerte am Abschlussstichtag ist u. a. von Faktoren wie dem USD/EUR-Kassakurs, der Volatilität des Wechselkurses und den Laufzeiten der Optionen abhängig.

Finanzergebnis im dritten Quartal schwächer

Das Finanzergebnis betrug im dritten Quartal - 8,4 Mio. € und lag damit aufgrund niedrigerer Zinserträge sowie geringerer Erträge aus der Bewertung von Finanzinvestitionen um 3,2 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. In den ersten neun Monaten ist das Finanzergebnis um 13,2 Mio. € auf - 24,5 Mio. € zurückgegangen. Nach IFRS wird im Finanzergebnis neben dem Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen (9M/2007: - 3,2 Mio. €) auch der Zinsaufwand für die sonstigen langfristigen Rückstellungen, im Wesentlichen Rückstellungen für bergbauliche Verpflichtungen (9M/2007: - 10,2 Mio. €), ausgewiesen; beide sind nicht zahlungswirksam. Weitere Angaben hierzu finden Sie im Anhang.

Bereinigte Ergebnisse vor und nach Steuern im dritten Quartal spürbar verbessert

Aufgrund der begrenzten wirtschaftlichen Aussagekraft sowie der hohen Schwankungsbreite der Marktwerte unserer Devisenoptionen weisen wir ein um diese Effekte bereinigtes Ergebnis vor Steuern sowie ein solches nach Steuern aus. Letzteres berücksichtigt damit auch die Auswirkungen der Marktwertveränderungen auf die latenten Steuern.

Das bereinigte Ergebnis vor Steuern erreichte im dritten Quartal 71,0 Mio. €; gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 24,5 Mio. € bzw. 53 %. In den ersten neun Monaten dämpften das schwache Auftausalzgeschäft zu Beginn des Jahres sowie das schwächere Finanzergebnis den Anstieg des bereinigten Ergebnisses vor Ertragsteuern; dieses legte dennoch um 7 % auf 227,6 Mio. € zu. Nach IFRS erfolgt ein Ausweis von latenten, d. h. zahlungsunwirksamen Ertragsteuern. Im dritten Quartal fiel aufgrund der deutlich negativen Marktwertentwicklung unserer Bandbreitenoptionen ein Steuerertrag von insgesamt 54,1 Mio. € an; davon waren 42,2 Mio. € latent (Ertragsteueraufwand Q3/2006: 31,7 Mio. €, davon 18,8 Mio. € latent). Der gleiche Effekt führte auch in den ersten neun Monaten zu einer deutlichen Reduzierung der Steuerbelastung. Weitere Angaben zur Ertragsteuerbelastung finden Sie im Anhang.

Das um den Effekt der Marktwertveränderungen bereinigte Konzernergebnis nach Steuern konnte im dritten Quartal um 51 % auf 47,6 Mio. € gesteigert werden. In den ersten neun Monaten lag das bereinigte Konzernergebnis aufgrund des schwachen Auftausalzgeschäfts zu Beginn des Jahres sowie aufgrund des schwächeren Finanzergebnisses mit 152,4 Mio. € nur knapp 8 % über dem Vorjahresniveau.

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