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Lagebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die im Finanzbericht 2007 abgegebenen Prognosen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in 2008 behalten nach der Betrachtung der ersten drei Monate weitestgehend ihre Gültigkeit: Die weltwirtschaftliche Expansion hat sich unter dem Einfluss der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten und der dadurch ausgelösten Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten spürbar verlangsamt. Die Finanzkrise belastete die Realwirtschaft in den Industrieländern vor allem dadurch, dass die Finanzierungskosten für Unternehmen und Haushalte gestiegen sind. Die Wachstumsdynamik der Schwellenländer hingegen blieb nach wie vor ungebrochen.

Die US-amerikanische Währung wurde im Verhältnis zum Euro zunehmend schwächer und notierte Ende März knapp unter einem Kurs von 1,58 USD/EUR. Die Preise für Industrierohstoffe zogen im ersten Quartal weiter an. Rohöl kostete im März über 100 US$ je Barrel. Im Berichtsquartal lag der durchschnittliche Rohölpreis mit rund 96 US$ deutlich höher als ein Jahr zuvor (59 US$).

Auswirkungen auf K+S

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im ersten Quartal hatten folgende Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von K+S:

  Der andauernde wirtschaftliche Aufschwung in Schwellenländern kommt insbesondere dem Wohlstandsniveau der dortigen Bevölkerung zugute. Dies steigert den weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch an Nahrungsmitteln, u. a. Fleisch, und erhöhte auch im ersten Quartal den Druck auf die Agrarsysteme, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Auch der für unsere chilenische Tochtergesellschaft SPL wichtige südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wuchs weiter im Einklang mit der dortigen Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung.

  Nachdem die Energiepreise stark gestiegen sind und sich dies mit einem Zeitverzug von ungefähr einem halben Jahr in unserer Kostenrechnung niederschlägt, haben sich unsere Energiekosten in den ersten drei Monaten deutlich erhöht.

  Zum Jahreswechsel haben wir unser US-Dollarkurssicherungssystem umgestellt. Es werden nun Optionen eingesetzt, die für das Jahr 2008 einen „worst case“ bei etwas über 1,50 USD/EUR inkl. Kosten festschreiben, aber der K+S Gruppe die Chance eröffnen, an einem eventuell wieder stärker werdenden US-Dollar teilhaben zu können. Im Vergleich zum ersten Quartal 2007 ergibt sich für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte damit ein deutlich schwächerer durchschnittlicher Sicherungskurs (Q1/2007: 1,08 USD/EUR).

 

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

  Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen der einzelnen Geschäftsbereiche finden Sie in der Darstellung der Geschäftsbereiche der K+S Gruppe auf den Seiten 15 ff.

Geschäftsfeld Düngemittel und Pflanzenpflege

Die stetig wachsende Nachfrage nach Agrarprodukten hat die weltweiten Lagervorräte weiter reduziert und damit die Knappheit auf den internationalen Agrarmärkten verstärkt: Die Preise für Agrarprodukte sind infolgedessen deutlich gestiegen. Die Sorge, dass Lebensmittel unerschwinglich werden könnten, führte in einigen Ländern der Welt sogar bereits zu Unruhen. Weltweit sahen sich Politiker veranlasst, entweder mit ordnungspolitisch fragwürdigen Exportrestriktionen zu reagieren oder für die geschilderten Probleme die zunehmende Produktion von Bioenergie verantwortlich zu machen, obwohl der dafür genutzte Anteil der Agrarflächen weltweit nur wenige Prozentpunkte ausmacht. Vielmehr lässt sich die Knappheit auf den internationalen Agrarmärkten auf folgende Ursachen zurückführen:

Der steigende Wohlstand, vor allem in den asiatischen Schwellenländern, führt zu höheren Ansprüchen der dortigen Bevölkerung an ihre Ernährung und zu einer Veränderung der traditionellen Essgewohnheiten, insbesondere zu einem tendenziell weiter steigenden Fleischkonsum. Für die Produktion von einem Kilogramm Fleisch wird ein Mehrfaches an Futtermitteln, z. B. Mais und Soja, benötigt. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und damit auch nach Düngemitteln wächst in diesen Regionen der Erde deshalb seit Jahren überproportional. Außerdem verstärkt der wirtschaftliche Erfolg in diesen Ländern die Verstädterung, die tendenziell zu einer Abnahme der landwirtschaftlichen Fläche führt.

Diese Herausforderung kann nur durch eine intensivierte und professionell betriebene Landwirtschaft gemeistert werden. Vor diesem Hintergrund sind Landwirte weltweit ermutigt zu investieren, indem sie sowohl die ihnen noch zur Verfügung stehenden Flächen ausweiten als auch die Intensität der Bewirtschaftung erhöhen, um genügend Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung produzieren zu können; beides zieht einen höheren Einsatz an Düngemitteln nach sich.

So hat sich im ersten Quartal 2008 die globale Düngemittelnachfrage weiter spürbar erhöht und führte vor dem Hintergrund von Verfügbarkeitsengpässen sowie höheren Einstandskosten zu deutlich höheren Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngemittelpreisen.

Geschäftsfeld Salz

Der westeuropäische Auftausalzmarkt wurde im ersten Quartal erneut von einem warmen Winter geprägt. Auch der nordamerikanische Auftausalzmarkt war insbesondere im Januar von einer milden Witterung beeinflusst. In den Segmenten Speise- und Gewerbesalz verlief das Geschäft in Europa stabil, während sich die Nachfrage nach Industriesalz weiterhin auf hohem Niveau bewegt. Der südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wächst im Einklang mit der dortigen Bevölkerungsentwicklung und wird zusätzlich unterstützt vom starken wirtschaftlichen Aufschwung.

Produkte und Dienstleistungen

Für eine umfassende Darstellung unserer Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht sowie im Unternehmensbericht 2007. Seitdem gab es keine Veränderungen des Produkt- und Dienstleistungsangebots, die wesentlichen Einfluss auf den Geschäftserfolg der K+S Gruppe haben.

Umsatz- und Ertragslage

Abweichungsanalyse in % Q1/08
Umsatzveränderung + 28,4
- mengen-/strukturbedingt - 3,2
- preis-/preisstellungsbedingt + 35,2
- währungsbedingt - 3,7
- konsolidierungsbedingt + 0,1
   

Umsatz steigt im ersten Quartal um rund 28 %

Der Umsatz des ersten Quartals übertraf mit 1.213,0 Mio. € den Vorjahreswert um 268,3 Mio. € bzw. 28 %; der Anstieg ist auf positive Preiseffekte zurückzuführen, die moderate währungs- und mengenbedingte Umsatzrückgänge mehr als ausgleichen konnten. Erfreuliche Umsatzzuwächse erzielten die Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte, COMPO und fertiva. Das witterungsbedingt schwächere Auftausalzgeschäft in den USA führte beim Geschäftsbereich Salz allerdings zu einem leichten Umsatzrückgang.

Umsätze je Geschäftsbereich
Jan. – März 2008
(Angaben in %)

Rund 72 % des Konzernumsatzes wurden in Europa erzielt; 43 % des Umsatzes entfielen auf den größten Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte.

Operatives Ergebnis im ersten Quartal mit 226,3 Mio. € mehr als verdoppelt

Das operative Ergebnis EBIT I ist frei von zahlungsunwirksamen Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarkurssicherung eingesetzten Devisenoptionen und beinhaltet lediglich den aus der Kurssicherung in der Berichtsperiode tatsächlich erzielten Sicherungserfolg. Ebenfalls nicht im operativen Ergebnis enthalten sind die Effekte aus Ausübung, Verfall und Bewertung von Bandbreitenoptionen, die nicht mehr zum Zweck der Kurssicherung gehalten werden.

Das operative Ergebnis EBIT I stieg im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 123,0 Mio. € bzw. 119 % auf 226,3 Mio. €; dies ist neben der positiven Geschäftsentwicklung bei COMPO und fertiva vor allem auf die kräftige Ergebnissteigerung im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zurückzuführen. Der schwächere Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Salz aufgrund des sehr niedrigen Auftausalzabsatzes in Nordamerika und Europa konnte somit deutlich überkompensiert werden.

Dollarschwäche führt zu Verfall von Bandbreitenoptionen

Nach IFRS werden die Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarkurssicherung eingesetzten Devisenoptionen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Während der zahlungswirksame Sicherungserfolg aus bereits ausgeübten Optionen in das operative Ergebnis EBIT I einfließt, weisen wir die nicht zahlungswirksamen Marktwertveränderungen noch ausstehender Optionen sowie Verluste aus verfallenen Optionen mit Fälligkeit in künftigen Perioden als Überleitung zum EBIT II aus.

Das Ergebnis nach Marktwertveränderungen EBIT II erreichte im Berichtsquartal 118,6 Mio. € und ist damit um 12 % gestiegen; es konnte jedoch die deutlich positivere Entwicklung des EBIT I nicht nachbilden. Hierfür ausschlaggebend war, dass ein Großteil der zu Beginn des Jahres noch bestehenden Bandbreitenoptionen für künftige Perioden im Zuge der Dollarschwäche verfallen ist. Nachdem nun fast sämtliche Bandbreitenoptionen des Ende letzten Jahres eingestellten US-Dollarkurssicherungssystems ausgeübt bzw. veräußert wurden oder verfallen sind, ist künftig nur noch mit geringen Marktwertveränderungen von Sicherungsinstrumenten zu rechnen.

Umsätze nach Regionen
Jan. – März 2008
(Angaben in %)

Verbessertes Finanzergebnis im ersten Quartal

Das Finanzergebnis betrug im ersten Quartal - 2,3 Mio. € und lag damit um 7,5 Mio. € über dem Vorjahresniveau; ein einmaliger Sonderertrag aus dem Abgang von Finanzinvestitionen konnte ein schwächeres Zinsergebnis mehr als ausgleichen. Nach IFRS wird im Finanzergebnis neben dem Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen (Q1/2008: - 1,0 Mio. €) auch der Zinsaufwand für die sonstigen langfristigen Rückstellungen, im Wesentlichen Rückstellungen für bergbauliche Verpflichtungen (Q1/2008: - 4,0 Mio. €), ausgewiesen; beide sind nicht zahlungswirksam. Weitere Angaben hierzu finden Sie im Anhang.

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