Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das globale Wachstum hat sich vor allem gegen Ende des dritten Quartals stärker verlangsamt als noch im Finanzbericht 2007 prognostiziert. So wird nach Berücksichtigung dieser Entwicklung für das Gesamtjahr 2008 nunmehr ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,7 % erwartet. Die Auswirkungen der US-Immobilienkrise beeinflussten die globalen Kredit- und Finanzmärkte zunehmend negativ. Dies führte in Verbindung mit einem Anstieg der für das Gesamtjahr erwarteten Inflationsrate in den Industrieländern auf 3,8 % zu schwächeren Nachfrageimpulsen. In den Schwellenländern expandierte die Wirtschaft hingegen kräftig, obgleich infolge der Konjunkturschwäche der Industrieländer auch dort Zeichen der Abkühlung festzustellen waren.
Der US-Dollar wurde im dritten Quartal deutlich stärker und lag Ende September bei einem Kurs von 1,41 USD/EUR. Die Rohstoffpreise gaben hingegen im gleichen Zeitraum deutlich nach: Der Rohölpreis notierte Ende September bei knapp 98 US$ je Barrel und damit 30 % niedriger als noch Ende Juni 2008.
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im dritten Quartal hatten folgende Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von K+S:
• Der wirtschaftliche Aufschwung in den Schwellenländern hatte weiterhin Bestand und verbesserte das Wohlstandsniveau der dortigen Bevölkerung. Dies steigert den weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch an Nahrungsmitteln, u. a. auch an Fleisch, und erhöht den Druck auf das weltweite Agrarsystem, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Auch der für unsere chilenische Tochtergesellschaft SPL wichtige südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wuchs im Einklang mit der dortigen Wirtschaftsentwicklung.
• Zum Jahreswechsel 2007/2008 hatten wir unser US-Dollarkurssicherungssystem umgestellt. Es werden seitdem Optionen eingesetzt, die für das Jahr 2008 einen „worst case“ bei etwa 1,49 USD/EUR inkl. Kosten absichern, aber die Chance bieten, an einem stärker werdenden US-Dollar teilzuhaben. Im Vergleich zum dritten Quartal 2007 ergab sich für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte ein deutlich niedrigerer durchschnittlicher Umrechnungskurs von etwa 1,49 USD/EUR (Q3/2007: 1,13 USD/EUR).
• Der im dritten Quartal zu beobachtende deutliche Rückgang der Rohölpreise hatte aufgrund der vereinbarten Energiebezugsklauseln mit unseren Lieferanten noch keine Auswirkungen auf die Energiekosten der K+S Gruppe.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Geschäftsfeld Düngemittel und Pflanzenpflege
An den Rohstoffbörsen kam es nach einer langjährigen und zuletzt fast euphorischen Aufwärtsbewegung seit Mitte Juli zu deutlichen Gewinnmitnahmen und damit auch zu einer starken Korrektur bei den Preisen für beinahe sämtliche Agrarprodukte. Diese Entwicklung lässt sich fundamental nicht erklären, denn das für die Preisbildung maßgebliche Verhältnis von Getreidebeständen zu Nachfrage befindet sich weiterhin auf historischen Tiefstständen, obwohl Landwirte im Jahr 2008 aufgrund idealer Wetterbedingungen überdurchschnittliche Erträge erzielt haben.
Die globale Düngemittelnachfrage war auch im dritten Quartal sehr stark, und die Preise für Düngemittel zogen vor dem Hintergrund eines knappen Angebots weiter an.
Während im westeuropäischen Auftausalzmarkt auch im dritten Quartal hohe Lagerbestände auf der Kundenseite für Preisdruck sorgten, waren im nordamerikanischen Auftausalzgeschäft die aktuellen Ausschreibungen vor allem durch Versorgungsengpässe nach zwei aufeinanderfolgenden strengen Wintern im mittleren Westen begünstigt. In den Segmenten Speise- und Gewerbesalz war die Nachfrage in Europa stabil, und der Industriesalzabsatz bewegte sich weiterhin auf hohem Niveau. Der südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wuchs erneut im Einklang mit der dortigen Wirtschaftsentwicklung.
Für eine umfassende Darstellung unserer Produkte und Dienstleistungen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht sowie im Unternehmensbericht 2007. Seitdem gab es keine Veränderungen des Produkt- und Dienstleistungsangebots, die wesentlichen Einfluss auf den Geschäftserfolg der K+S Gruppe haben. Auch künftig sind wesentliche Veränderungen nicht zu erwarten.
Umsatz im dritten Quartal fast verdoppelt
Der Umsatz des dritten Quartals übertraf mit 1.441,4 Mio. € den Vorjahreswert um 714,3 Mio. € bzw. 98 %; der Anstieg ist auf positive Preiseffekte zurückzuführen, die moderate währungs- und mengenbedingte Umsatzrückgänge mehr als ausgleichen konnten. Kräftige Umsatzzuwächse erzielten die Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte, fertiva und COMPO; auch der Geschäftsbereich Salz konnte seinen Umsatz steigern. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz ebenfalls preisbedingt um 57 % auf 3.838,9 Mio. €. Knapp 70 % des Konzernumsatzes wurden in Europa erzielt; etwa 50 % des Umsatzes entfielen auf Kali- und Magnesiumprodukte.
Umsätze je Geschäftsbereich
Jan. – Sept. 2008
(Angaben in %)
Operatives Ergebnis im dritten Quartal mit 502,2 Mio. € mehr als versechsfacht
Das operative Ergebnis EBIT I ist frei von zahlungsunwirksamen Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarkurssicherung eingesetzten Devisenoptionen sowie anderer Sicherungsinstrumente und beinhaltet lediglich den in der Berichtsperiode tatsächlich erzielten Sicherungserfolg. Ebenfalls nicht im operativen Ergebnis enthalten sind die Effekte aus Ausübung, Verfall und Bewertung von Bandbreitenoptionen, die nicht mehr zum Zweck der Kurssicherung gehalten werden.
Das operative Ergebnis EBIT I stieg im dritten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 422,8 Mio. € bzw. 533 % auf 502,2 Mio. €; dies ist neben der positiven Geschäftsentwicklung bei COMPO, fertiva und Salz vor allem auf die kräftige Ergebnissteigerung im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zurückzuführen. In den ersten neun Monaten hat sich das EBIT I der K+S Gruppe mit 1.054,9 Mio. € mehr als vervierfacht; auch hierzu hat im Wesentlichen die starke Ergebnissteigerung im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte beigetragen.
EBIT II erreicht 468,1 Mio. € (Q3/2007: - 154,1 Mio. €)
Nach IFRS werden die Marktwertveränderungen unserer zur US-Dollarkurssicherung eingesetzten Devisenoptionen sowie anderer Sicherungsinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Während der zahlungswirksame Sicherungserfolg aus bereits ausgeübten Optionen in das operative Ergebnis EBIT I einfließt, weisen wir die nicht zahlungswirksamen Marktwertveränderungen noch ausstehender Optionen sowie Verluste aus verfallenen Optionen mit Fälligkeit in künftigen Perioden als Überleitung zum EBIT II aus.
Das Ergebnis nach Marktwertveränderungen EBIT II erreichte im Berichtsquartal 468,1 Mio. € und ist damit um 622,2 Mio. € gestiegen. Hier haben sich ein zum Stichtag hin deutlich stärkerer US-Dollar sowie spürbar niedrigere Frachtraten negativ auf die Marktwerte der hierfür eingesetzten Sicherungsinstrumente ausgewirkt. In den ersten neun Monaten erreichte das Ergebnis nach Marktwertveränderungen EBIT II 906,3 Mio. € (9M/2007: 30,6 Mio. €).
Umsätze nach Regionen
Jan. – Sept. 2008
(Angaben in %)
Finanzergebnis im dritten Quartal leicht über Vorjahr
Das Finanzergebnis betrug im dritten Quartal - 8,1 Mio. € und lag damit aufgrund eines verbesserten Zinsergebnisses leicht über dem Vorjahresniveau. Nach IFRS wird im Finanzergebnis neben dem Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen (9M/2008: - 1,8 Mio. €) auch der Zinsaufwand für die sonstigen langfristigen Rückstellungen, im Wesentlichen Rückstellungen für bergbauliche Verpflichtungen (9M/2008: - 12,0 Mio. €), ausgewiesen; beide sind nicht zahlungswirksam. In den ersten neun Monaten hat sich das Finanzergebnis um 2,2 Mio. € auf - 22,3 Mio. € verbessert; hier konnte ein einmaliger Sonderertrag aus dem Abgang von Finanzinvestitionen im ersten Quartal ein schwächeres Zinsergebnis mehr als ausgleichen. Weitere Angaben zum Finanzergebnis finden Sie im Anhang.
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