
Bereinigtes Ergebnis nach Steuern im dritten Quartal mehr als versiebenfacht
Aufgrund der begrenzten wirtschaftlichen Aussagekraft sowie Schwankungen der Marktwerte unserer Devisenoptionen sowie anderer Sicherungsinstrumente weisen wir ein um diese Effekte bereinigtes Ergebnis vor Steuern sowie ein solches nach Steuern aus. Letzteres berücksichtigt damit auch die Auswirkungen der Marktwertveränderungen auf die latenten, nicht zahlungswirksamen Steuern.
Das bereinigte Ergebnis vor Steuern erreichte im dritten Quartal 494,1 Mio. €; gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 423,1 Mio. €. Nach IFRS erfolgt ein Ausweis von latenten, d. h. zahlungsunwirksamen Ertragsteuern. Im dritten Quartal waren von den insgesamt 126,3 Mio. € Ertragsteuern 5,9 Mio. € latent (Q3/2007: - 54,1 Mio. €, davon - 42,2 Mio. € latent). Weitere Angaben zur Ertragsteuerbelastung finden Sie im Anhang. In den Monaten Januar bis Ende September 2008 stieg das bereinigte Ergebnis vor Steuern um 805,0 Mio. € auf 1.032,6 Mio. €.
Das um den Effekt der Marktwertveränderungen bereinigte Konzernergebnis nach Steuern belief sich im dritten Quartal auf 358,1 Mio. € nach 47,6 Mio. € im Vorjahr. In den ersten neun Monaten erreichte das bereinigte Konzernergebnis 751,8 Mio. € und lag damit 599,4 Mio. € bzw. 393 % über dem Vorjahreswert.
Bereinigtes Ergebnis je Aktie erreicht 2,17 € (Q3/2007: 0,29 € pro Aktie)
Das unverwässerte, bereinigte Ergebnis je Aktie ist der Quotient aus dem bereinigten Konzernergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl ausstehender Aktien. Da bei K+S derzeit keine der Bedingungen erfüllt ist, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie führen könnten, entspricht das unverwässerte Ergebnis je Aktie dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Im Ergebnis je Aktie waren weder aufgegebene Geschäftsbereiche noch Bilanzierungsänderungen gesondert zu berücksichtigen.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag im Berichtsquartal bei 2,17 € und damit 648 % über dem Vorjahreswert (0,29 €). Für die aktuelle Berechnung wurde eine durchschnittliche Anzahl an ausstehenden Aktien von 165,0 Mio. Stückaktien zugrunde gelegt; angepasst an den am 24. Juni 2008 ins Handelsregister eingetragenen und am 21. Juli 2008 wertpapiertechnisch durchgeführten Aktiensplit im Verhältnis 1:4 entspricht dies der im Vorjahr zugrunde gelegten durchschnittlichen Aktienanzahl von 165,0 Mio. Stück.
Zum 30. September 2008 hielten wir keine eigenen Aktien im Bestand; die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien der K+S Gruppe belief sich damit Ende September auf 165,0 Mio. Stückaktien.
Freier Cashflow erreicht in den ersten neun Monaten 592,6 Mio. €
Der Brutto-Cashflow erreichte in den ersten neun Monaten 981,3 Mio. € und hat sich damit gegenüber dem Wert des Vorjahres mehr als verdreifacht. Das kräftig gestiegene operative Ergebnis hat höhere Ertragsteuer- und Zinszahlungen bei weitem überkompensiert.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich in den ersten neun Monaten um 649,5 Mio. € auf 726,2 Mio. €. Das Working Capital ist etwas stärker gestiegen als im Vorjahr; der Anstieg der zu deutlich höheren Herstellungskosten zu bewertenden Vorräte sowie die preisbedingt höhere Zunahme an Forderungen konnten durch eine preisbedingte Zunahme der Verbindlichkeiten und durch einen Anstieg kurzfristiger Rückstellungen teilweise kompensiert werden. Zudem war der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Vorjahr durch hohe Prämienzahlungen für die noch im letzten Jahr zur US-Dollarsicherung eingesetzten Bandbreitenoptionen belastet.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug in den ersten neun Monaten - 133,6 Mio. € (9M/2007: - 91,6 Mio. €) und bildet damit den Anstieg der Investitionen in diesem Zeitraum ab.
Der freie Cashflow vor Akquisitionen/Devestitionen erreichte in den Monaten Januar bis September 592,6 Mio. € (9M/2007: - 14,4 Mio. €). Nach Berücksichtigung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit von - 375,5 Mio. €, der vor allem die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 290,7 Mio. € sowie die Dividendenzahlung von 82,5 Mio. € im Mai beinhaltet, weisen wir zum 30. September 2008 eine Nettoverschuldung inklusive Rückstellungen von insgesamt 633,6 Mio. € aus (Vorjahr: 830,3 Mio. €).
Investitionen
(Angaben in Mio. €)
Investitionen in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals
Mit 48,4 Mio. € lag das Investitionsvolumen im dritten Quartal in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q3/2007: 45,4 Mio. €). Der Hauptanteil der Investitionen entfiel auf den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte; Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in die untertägige Infrastruktur, Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung bei Industrieprodukten am Standort Zielitz und Projekte zur weiteren Energieeinsparung standen hier weiterhin im Vordergrund. Weitere bedeutende Projekte im dritten Quartal waren die Erhöhung der Verwertungskapazitäten zur Annahme von staubförmigen Abfällen sowie die regelmäßig wiederkehrende Überholung einiger Schiffe der SPL. In den ersten neun Monaten wurden 133,1 Mio. € und damit 36,9 Mio. € mehr als im Vorjahreszeitraum investiert.
Im Finanzbericht 2007 prognostizierten wir das Investitionsniveau im Jahr 2008 mit 240 Mio. €. Aktuell rechnen wir für dieses Jahr – wie bereits im Halbjahresfinanzbericht H1/2008 angekündigt – mit einem Investitionsvolumen von rund 200 Mio. €; dies ist im Wesentlichen auf genehmigungsrechtliche Verzögerungen der bereits im Juli 2007 beantragten Salzwasserleitung vom Standort Neuhof-Ellers zum Standort Werra zurückzuführen.
Somit sollten im vierten Quartal noch gut 65 Mio. € investiert werden; hier werden Projekte zur Prozessoptimierung, zur weiteren Energieeinsparung und zur Minimierung fester und flüssiger Produktionsrückstände im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte im Vordergrund stehen. Im Jahr 2008 entfallen voraussichtlich 55 % des gesamten Investitionsvolumens auf Ersatz- und Produktionssicherung; diese sollten durch die erwarteten Abschreibungen in Höhe von gut 140 Mio. € vollständig finanziert werden können.
Wie bereits im Finanzbericht 2007 prognostiziert, erwarten wir das Investitionsvolumen des Jahres 2009 bei etwa 200 Mio. € und damit auf dem Niveau des Jahres 2008. Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung bei Industrie- und Spezialprodukten sowie Projekte zur Ausbeutesteigerung, zur weiteren Energieeinsparung und zur Minimierung fester und flüssiger Produktionsrückstände im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte werden im kommenden Jahr im Vordergrund stehen. Auf Investitionen für Ersatz und Produktionssicherung werden dabei voraussichtlich gut 60 % des gesamten Investitionsvolumens entfallen; diese sollten durch die erwarteten Abschreibungen in Höhe von etwa 150 Mio. € vollständig finanziert werden. Das für das Jahr 2009 erwartete Ergebnisniveau dürfte zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit führen, der die Gesamtausgaben für Investitionen bei weitem übersteigen sollte.
Die im Finanzbericht 2007 beschriebenen Ziele und Schwerpunkte im Bereich Forschung und Entwicklung haben sich seitdem nicht wesentlich verändert. Die Forschungskosten betrugen im Berichtsquartal insgesamt 4,6 Mio. € und lagen damit über dem Niveau des Vorjahres (Q3/2007: 3,9 Mio. €). Der Anstieg ist auf weiter erhöhte Anstrengungen zur Neuentwicklung und Optimierung von Produktionsverfahren zur Minimierung fester und flüssiger Produktionsrückstände in der Kaliproduktion sowie auf die Entwicklung von Pflanzenschutzprodukten im COMPO-Consumerbereich in Zusammenarbeit mit Syngenta zurückzuführen. In den ersten neun Monaten lagen die Forschungskosten mit 13,2 Mio. € um 16 % über dem Vorjahresniveau.
| Angaben in Mio. € | 2008e | 2007 |
| Forschungskosten | 18,0 | 15,5 |
| Aktivierte Entwicklungsinvestitionen | 3,0 | 2,7 |
| Mitarbeiter per 31.12. (Anzahl) | 64 | 58 |
Für das Jahr 2008 erwarten wir Forschungskosten von knapp 18 Mio. € (2007: 15,5 Mio. €). Die Entwicklungsinvestitionen sollten mit etwa 3 Mio. € ebenfalls über dem Vorjahresniveau (2007: 2,7 Mio. €) liegen. Die Erforschung des Einflusses von Kaliprodukten auf die Wassereffizienz in Böden, die weitere Entwicklung von Pflanzenschutzprodukten sowie die Kooperation in dem öffentlichen niederländischen Forschungsprojekt „Wetsus“ zur möglichen Nutzung regenerativer Energien werden zu den bedeutendsten Forschungsprojekten gehören. Zum Jahresende rechnen wir aufgrund der intensivierten Forschungstätigkeit damit, dass konzernweit 64 Mitarbeiter (2007: 58 Mitarbeiter) in der Forschung der K+S Gruppe arbeiten.
Die Forschungsaufwendungen des kommenden Jahres sollten erneut über denen des Jahres 2008 liegen. Die Zahl der Mitarbeiter, die im kommenden Jahr in der Forschung der K+S Gruppe arbeiten werden, dürfte ebenfalls steigen. Dabei werden erneut die Anstrengungen zur Neuentwicklung und Optimierung von Produktionsverfahren zur Minimierung fester und flüssiger Produktionsrückstände in der Kaliproduktion im Vordergrund stehen. Weitere Schwerpunkte werden die Entwicklung von Pflanzenschutzprodukten im COMPO-Consumerbereich in Zusammenarbeit mit Syngenta, Neuentwicklungen im Bereich der stabilisierten Dünger sowie Optimierungen bei Wasserenthärtungssalzen sein.
Am 30. September 2008 waren in der K+S Gruppe insgesamt 12.323 Mitarbeiter beschäftigt; damit liegt die Zahl um knapp 3 % über dem Vorjahresniveau und hat den für das Jahresende 2008 prognostizierten Stand erreicht. Im kommenden Jahr sollte sich die Mitarbeiterzahl erneut leicht erhöhen. Die Zahl der Auszubildenden belief sich am Ende des dritten Quartals auf 616 und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres.
Personalaufwand spürbar über Vorjahresniveau
Im dritten Quartal betrug der Personalaufwand 179,4 Mio. € und lag damit knapp 12 % über dem Vorjahresniveau; auch in den ersten neun Monaten fiel dieser mit 546,9 Mio. € um 7 % höher aus. Der Anstieg ist auf die zum 1. Januar 2008 in Kraft getretene Tariferhöhung in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz und auf die moderat erhöhte Mitarbeiterzahl zurückzuführen. Für das Gesamtjahr 2008 gehen wir nach wie vor von einer Erhöhung des Personalaufwands um etwa 40 Mio. € und damit von einer Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich aus (2007: 687,3 Mio. €). Für das kommende Jahr wird ebenfalls eine ähnliche prozentuale Steigerung erwartet.
Änderung der Betriebsorganisation und Personalmaßnahmen bei Salz und COMPO angekündigt
• esco hat mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft IG BCE im August eine Vereinbarung zur langfristigen Sicherung der deutschen Standorte getroffen: Die tarifliche Wochenarbeitszeit wird ab 1. November 2008 ohne direkten Lohnausgleich – jedoch mit der Chance auf zusätzliche Erfolgsbeteiligung – um durchschnittlich zwei Stunden pro Woche angehoben. Daneben wird ein Kostenoptimierungsprogramm unter Best-practice-Ansätzen die Effizienz der esco-Standorte verbessern. Insgesamt sind von diesen Maßnahmen europaweit rund 110 Arbeitsstellen betroffen. Dabei sollen auch durch Weiterbeschäftigungen innerhalb des Konzerns betriebsbedingte Kündigungen weitestgehend ausgeschlossen werden.
• Im Zuge der am 8. Juli 2008 bekannt gegebenen Neuordnung des Geschäfts mit stickstoffhaltigen Düngemitteln wurde auch eine entsprechende Neuaufstellung von COMPO angekündigt. Die in diesem Zusammenhang angestrebten Effizienzsteigerungen werden mit einem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden sein. Eine Aussage über das konkrete Ausmaß der vorgesehenen Restrukturierung wird aufgrund der noch andauernden Untersuchungen voraussichtlich erst Ende des Jahres möglich sein. Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen auch durch Weiterbeschäftigung innerhalb des Konzerns möglichst zu vermeiden.
Aufnahme in den deutschen Aktienindex DAX®
In den vergangenen Jahren hat das starke Wachstum insbesondere in den Schwellenländern die Nachfrage nach Rohstoffen und damit auch nach mineralischen Düngemitteln spürbar erhöht. Dass K+S zu den bedeutenden Düngemittel- und Salzanbietern dieser Welt gehört, zahlte sich im dritten Quartal 2008 auch in der Präsenz am deutschen Kapitalmarkt aus. Börsenumsatz und Marktkapitalisierung erfüllten die Kriterien, um den Aufstieg in den DAX® zu schaffen. Seit dem 22. September 2008 wird K+S als einziger Rohstoffwert in dem wichtigsten Börsenindex in Deutschland gehandelt. Im Rahmen unseres Aufstiegs in den wichtigsten deutschen Aktienindex haben wir eine Image-Kampagne gestartet. Seitdem werben wir in regionalen und überregionalen Zeitungen, Zeitschriften und im Internet für unser Unternehmen, um den Bekanntheitsgrad der K+S Gruppe zu erhöhen.
Der K+S-Aktienkursverlauf im dritten Quartal
|
Kursangaben wurden angepasst an den am 24. Juni 2008 ins Handelsregister eingetragenen und am 21. Juli wertpapiertechnisch durchgeführten Aktiensplit im Verhältnis 1:4. |
• Zu Beginn des dritten Quartals notierte die K+S-Aktie bei etwa 88 €. Danach kam es hauptsächlich im Zuge der Korrekturen bei Agrarrohstoffen zu deutlichen Gewinnmitnahmen und damit zu einem Kursrückgang auf ein Zwischentief am 24. Juli bei 65 €. Der noch zuvor am 21. Juli wertpapiertechnisch umgesetzte Aktiensplit im Verhältnis 1:4 hatte darauf keinen Einfluss. An diesem Tag wurde jede ausgegebene Aktie vorbörslich in vier Aktien der K+S Aktiengesellschaft gesplittet.
• Die positive Wirkung der am 31. Juli 2008 veröffentlichten erneuten Anhebung der Ergebnisprognose von mindestens 1,1 Mrd. € auf 1,4 bis 1,6 Mrd. € verlieh der K+S-Aktie nur kurzzeitig Auftrieb bis 80 €. Diese Kurserholung wurde in einem schwachen Marktumfeld und vor dem Hintergrund weiterer Preisrückgänge bei Agrarprodukten zu Gewinnmitnahmen genutzt, die Anfang August zu einem Rückgang der Aktie auf knapp 68 € führten.
• Der am 13. August 2008 veröffentlichte positive Quartalsbericht konnte zeitweise die Sorge über nachlassende Erlöse für die Landwirtschaft beruhigen: Die K+S-Aktie erreichte Ende August erneut ein Hoch bei knapp 83 €.
• Zusätzlich zu der anhaltenden Schwäche der Rohstoffpreise verdichtete sich kurz darauf die Kreditproblematik im Bankensektor und löste Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten aus, die bis Ende des dritten Quartals auch in anhaltenden Kursverlusten bei der K+S-Aktie mündeten. Der Wert der K+S-Aktie litt unter der Sorge, dass nicht nur fallende Getreidepreise, sondern auch eine durch die Bankenkrise eventuell erschwerte Kreditaufnahme bei Landwirten zu einer reduzierten Investitionsneigung bei Düngemitteln führen könnten. Diese Bedenken schlagen sich auch in den Kursentwicklungen unserer Wettbewerber nieder.
• Der Schlusskurs der K+S-Aktie lag am 30. September bei 48,65 €. Dies entspricht trotz des schwierigen Marktumfelds einem Plus von 19,5 % seit Jahresbeginn; der DAX® sowie unsere Hauptwettbewerber mussten im gleichen Zeitraum hingegen Kursverluste hinnehmen. Der Aktienkurs bewegte sich im dritten Quartal in einer relativ großen Handelsspanne zwischen 45,84 € und 88,73 €. Damit ergab sich für das dritte Quartal ein Durchschnittskurs von knapp 72 €. Zum 30. September 2008 betrug die Marktkapitalisierung 8,0 Mrd. € (30. September 2007: 5,3 Mrd. €).
• Auf Basis des Schlusskurses am 5. November 2008 (34,27 €) sowie der im Ausblick beschriebenen Prognose ermittelt sich derzeit ein KGV für 2008 von etwa 5,7. Diese im historischen Vergleich relativ niedrige Aktienbewertung spiegelt im Zuge der Finanzkrise die aktuelle Risikoaversion auf Investorenseite wider. In der letzten von uns regelmäßig durchgeführten Umfrage (4. November 2008) stuften uns 17 Bankhäuser auf „Kaufen/Akkumulieren“, zwei auf „Halten“ und zwei auf „Verkaufen“/Reduzieren“.
Wertentwicklung der
K+S-Aktie in den ersten
neun Monaten im
Vergleich zu DAX®
und Wettbewerbern
(indiziert; Wertent-
wicklung in %)
Die BASF SE hält rund 10,3 % unserer Aktien. Außerdem hält MCC Holding Ltd., eine Kapitalgesellschaft, welche die Industriebeteiligungen von Andrey Melnichenko verwaltet und u. a. an dem russischen Agrochemie-Unternehmen EuroChem mehrheitlich beteiligt ist, 10,4 % unserer Aktien. Ferner hat uns Capital Group am 12. August 2008 mitgeteilt, dass ihre Tochtergesellschaft Capital Research & Management die Meldeschwelle von 3 % unterschritten hat. Nach der Streubesitzdefinition der Deutschen Börse AG beträgt der Freefloat unverändert 79,3 %.
Nach Schluss des Berichtsquartals ergab sich bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bzw. unserer Branchensituation folgende Veränderung: Im Zuge der weltweiten Finanzkrise kam es Ende September auch an den Rohstoffbörsen nach einer langjährigen und zuletzt beinahe euphorischen Aufwärtsbewegung zu einer starken Korrektur: So wurden z. B. Engagements bei Getreide, Mais und Soja abrupt aufgelöst. Dieser für die meisten Marktteilnehmer unerwartete Rückgang führte dazu, dass spekulative, häufig kreditfinanzierte Positionen notgedrungen verkauft werden mussten. Diese zuweilen panischen Reaktionen sind durch fundamentale Gegebenheiten nicht zu erklären, da sich das Verhältnis von Getreidebeständen zu Nachfrage weiterhin auf einem historisch sehr niedrigen Niveau befindet. Nichtsdestotrotz stellt das erwartete Getreidepreisniveau für den Landwirt eine der entscheidenden Einflussgrößen dar, nach der er i. d. R. das Ausmaß der künftigen Anbaufläche sowie die Betriebsmittelintensität, d.h. auch den Düngemitteleinsatz, bestimmt. So war in den ersten Wochen des vierten Quartals eine zunehmende Verunsicherung auf Seiten der Landwirtschaft und unserer Kunden festzustellen.
Darüber hinaus war für die K+S Gruppe folgendes Ereignis von besonderer Bedeutung: Vor dem Hintergrund der seit ein paar Monaten andauernden Diskussion um die künftige Entsorgung der bei der Kalidüngemittelproduktion anfallenden Salzwässer hat K+S für das hessisch-thüringische Kalirevier ein umfangreiches Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz beschlossen. Damit wird K+S das derzeit anfallende Salzwasser bereits ab 2011 deutlich reduzieren und schrittweise spätestens bis 2015 auf 7 Mio. Kubikmeter im Jahr halbieren. Mit dem K+S-Maßnahmenpaket wird der Weg frei, den bis zum Jahr 2012 geltenden Chlorid-Grenzwert der Werra von derzeit 2.500 mg/l schrittweise auf 1.700 mg/l und den Härte-Grenzwert von 90 auf 65 Grad dH zu senken sowie die Versenkung von Salzwasser erheblich zu verringern. Dadurch kommt es zu weiteren Verbesserungen für Flora und Fauna in Werra und Weser. Die damit verbundenen Investitionen in die Verbesserung der Gewässerqualität belaufen sich bis zum Jahr 2015 auf insgesamt bis zu 360 Mio. €.
Für eine umfassende Darstellung des Risiko- und Chancenmanagementsystems sowie möglicher Risiken verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht 2007. Im Folgenden wird lediglich auf Veränderungen eingegangen, die sich seitdem ergeben haben. Die Aussagen zu den übrigen im Finanzbericht beschriebenen Risiken bleiben im Wesentlichen unverändert. Die Risiken der K+S Gruppe sind, sowohl einzeln als auch in Wechselwirkung mit anderen Risiken, begrenzt und gefährden nach heutiger Einschätzung nicht den Fortbestand des Unternehmens.
Leistungswirtschaftliche Risiken – Produktion und Umwelt
Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte entstehen u. a. flüssige Rückstände (Salzwässer) sowohl aus der laufenden Produktion als auch durch Niederschläge auf die Rückstandshalden. Die Entsorgung erfolgt durch wasserrechtlich genehmigte Einleitung in Vorfluter oder durch Versenken in unterirdischen Gesteinsschichten. Dabei sind über die Anforderungen der Gesetze hinaus behördliche Grenzwerte und Auflagen einzuhalten. Die Feststellung einer wesentlichen Verminderung bisher prognostizierter Versenkraumkapazitäten bzw. die vorzeitige, vollständige Inanspruchnahme genehmigter Versenkräume sowie der Nachweis einer möglichen Beeinflussung von Trink- oder nutzbaren Grundwasserressourcen durch die Versenkung könnte einen teilweisen oder sogar vollständigen Entzug von Versenkgenehmigungen zur Entsorgung flüssiger Rückstände nach sich ziehen und würde zu wesentlichen Zusatzkosten oder im Extremfall zu einer erheblichen Produktionsreduzierung an den betroffenen Standorten führen. So hat z. B. das Kaliwerk Neuhof-Ellers die Versenkung von Salzwasser in den Plattendolomit nach vollständiger Inanspruchnahme des Versenkraums einstellen müssen. Um die ordnungsgemäße Entsorgung der dort anfallenden Haldenwässer gewährleisten zu können, erfolgt bis zur Fertigstellung der bereits im Juli 2007 beantragten Salzwasserleitung der Transport der Salzwässer per Bahn und LKW zum nächstgelegenen Standort im Einklang mit geltenden Genehmigungen. Auch im Kaliwerk Werra, Standort Unterbreizbach, besteht das konkrete Risiko, dass die Versenkung nicht wieder aufgenommen werden kann. Ein Teil der MgCl2-haltigen Produktionsabwässer wurde bis Oktober 2007 im Rahmen eines Probebetriebs versenkt. K+S hat frühzeitig einen Antrag auf Erteilung einer neuen Versenkgenehmigung gestellt. Die Erteilung der Betriebsgenehmigung ist abhängig von Monitoringbohrungen, die Aussagen zu den hydrogeologischen Verhältnissen ermöglichen und die gleichzeitig feststellen sollen, ob eine Gefährdung der Trinkwassergewinnung durch die Versenkung von Salzwasser ausgeschlossen werden kann. Auch eine im Oktober 2008 fertig gestellte Monitoringbohrung konnte keine belastbaren Ergebnisse hierzu liefern. Bis zur Klärung dieser Frage müssen die Salzwässer in einem genehmigten Stapelraum unter Tage oder im Rahmen der genehmigten Grenzwerte in die Werra eingeleitet werden. Sollten bis zum Ende des ersten Quartals 2009 keine alternativen Entsorgungsmöglichkeiten am Standort zur Verfügung stehen, bliebe nur der Transport in stillgelegte Bergwerke.
Aus heutiger Sicht ist eine unveränderte Fortführung der Versenk- und Einleitgenehmigungen nach Auslaufen der derzeit geltenden Zulassungen nicht zu erwarten. K+S hat deshalb ein Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz vorgelegt, das ein nachhaltiges und auch langfristig genehmigungsfähiges Entsorgungskonzept beinhaltet. Dies sieht Investitionen von bis zu 360 Mio. € vor und wird zu zusätzlichen Betriebskosten führen. Die Verminderung fester und flüssiger Produktionsrückstände in der Kaliproduktion gehört auch weiterhin zu den Schwerpunkten unserer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Unter Beteiligung von unabhängigen Gutachtern werden alle denkbaren Entsorgungskonzepte geprüft.
Für eine umfassende Darstellung möglicher Chancen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht 2007. Auch wenn sich in den letzten Wochen im Zuge der Finanzkrise das Preisniveau der meisten Agrarprodukte erheblich reduziert hat, bleibt festzuhalten, dass die Welternährungssituation weiterhin angespannt ist und sich das fundamentale Umfeld nicht geändert hat. Diese Faktenlage wird sich unweigerlich in höheren Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse niederschlagen müssen. Die Aussagen zu den übrigen im Finanzbericht beschriebenen Chancen bleiben im Wesentlichen unverändert. Zusätzlich eröffnet der stärkere US-Dollarkurs Chancen auf eine Verbesserung unserer Außenhandelsposition. Auch die zuletzt stark rückläufigen Frachtpreise sollten sich mittelfristig positiv auf das Geschäft von K+S auswirken. Chancen und Risiken sowie deren positive und negative Veränderungen werden nicht gegeneinander aufgerechnet.
Künftige gesamtwirtschaftliche Situation
Für den weiteren Verlauf des Jahres 2008 und zumindest für die erste Hälfte des Jahres 2009 rechnen wir mit einer weiteren Abschwächung der Weltkonjunktur, da die Auswirkungen der Finanzkrise drastischer sind als bislang angenommen. So wird aktuell für die Jahre 2008 und 2009 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,7 % bzw. 3,2 % erwartet – in unserem Mitte März veröffentlichten Finanzbericht gingen wir für beide Jahre noch von jeweils mindestens 4 % aus. Die von uns für das Jahr 2009 mit 2,4 % rückläufig eingeschätzte Inflation sollte zwar kaufkraftunterstützend wirken, allerdings treten diese fundamentalen Gegebenheiten durch den Einfluss von psychologischen Faktoren auf das Investitions- und Kaufverhalten momentan in den Hintergrund. So wird vielfach nicht beachtet, dass Unternehmen außerhalb der Finanzbranche im Vergleich zu früheren Krisen über solidere Bilanzen und eine gestiegene Wettbewerbsfähigkeit verfügen. Das Wachstum der Schwellenländer sollte zudem auch bei nachlassender Dynamik die Weltwirtschaft insgesamt weiter stützen.
Die für unseren Ausblick maßgeblichen Währungs- und Rohölpreisprognosen gehen von einem wieder steigenden Ölpreis und einem sich abschwächenden US-Dollarkurs aus.
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollten folgende Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von K+S haben:
• Trotz einer erwarteten nachlassenden Dynamik des globalen Wirtschaftswachstums führt der weiterhin zunehmende Wohlstand, vor allem in den Schwellenländern, zu höheren Ansprüchen der dortigen Bevölkerung an ihre Ernährung. Zudem wächst die Weltbevölkerung unverändert weiter. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten sollte sich daher, wie bereits in früheren Krisen zu beobachten war, weitgehend konjunkturunabhängig entwickeln.
• Die weltweite Finanzkrise könnte dazu führen, dass sich die Konditionen für eine Fremdkapitalaufnahme verschlechtern.
• Zum Jahreswechsel 2007/2008 haben wir unser US-Dollarkurssicherungssystem umgestellt. Es werden seitdem Optionen eingesetzt, die für die Jahre 2008 und 2009 einen „worst case“ bei etwa 1,49 USD/EUR bzw. 1,51 USD/EUR inkl. Kosten absichern, aber die Chance bieten, an dem derzeit stärker werdenden US-Dollar teilzuhaben.
• Da sich die zuletzt stark rückläufigen Energiepreise erst mit einem Zeitverzug von sechs bis neun Monaten in unserer Kostenrechnung auswirken, ist mit einer Entspannung der Energiekosten der K+S Gruppe erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 zu rechnen.
Während die Nachfrage nach Kalidüngemitteln noch während des dritten Quartals 2008 weiterhin auf hohem Niveau verlief und die Preise vor dem Hintergrund des weltweit knappen Angebots weiter anzogen, haben die im Zuge der Finanzkrise stark rückläufigen Getreidepreise in den vergangenen Wochen insbesondere in Europa zu einer zurückhaltenderen Nachfrage der Landwirtschaft nach Düngemitteln geführt. Somit bleibt die Finanzkrise nicht ohne Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf. So haben zahlreiche Mehrnährstoffdüngemittel-Produzenten ihre Produktion und damit den Bezug von Kaliprodukten zurückgefahren. Zudem hat sich die europäische Handelsstufe in den vergangenen Monaten vor dem Hintergrund steigender Düngemittelpreise stark bevorratet. Außerdem kommt die Nachfrage der Landwirtschaft im vierten Quartal ohnehin saisonal zur Ruhe.
K+S wird daher vorerst bis zum Ende des Jahres 2008 die Produktion drosseln und rund 400.000 t Kaliumchlorid weniger produzieren. Die Produktion von Spezial- und Industrieprodukten wird aufrechterhalten. Die Produktionsanpassungen werden sich über die kommenden Wochen bis zu den planmäßig vorgesehenen Werkspausen über die Weihnachtsfeiertage erstrecken und betreffen alle deutschen Kalistandorte. Wir werden die Produktionsdrosselung auch dazu nutzen, in den Werken Wartungen vorzunehmen, die aufgrund der erhitzten Angebots-/Nachfragesituation in den letzten Jahren nicht immer im eigentlich gebotenen Umfang möglich waren. Kurzarbeit bzw. kurzfristige Produktionseinstellungen sind derzeit nicht geplant.
Mittel- bis langfristig sind die die Nachfrage nach unseren Produkten im Geschäftsfeld Düngemittel und Pflanzenpflege positiv beeinflussenden Trends wie ein stetiges Anwachsen der Weltbevölkerung sowie die veränderten Ernährungsgewohnheiten trotz der Finanzkrise ungebrochen. Da mineralische Düngemittel zudem nicht substituierbar und eine eventuelle Minderdüngung – vor allem nach der diesjährigen, mit hohen Nährstoffentzügen verbundenen Rekordernte – zwangsläufig mit Ernteertragsrückgängen verbunden sind, würde die ohnehin schon knappe Verfügbarkeit bei Getreide, Mais und Soja weltweit sogar noch verschärft. Dabei ist zu bedenken, dass sich einige Politiker noch vor einem halben Jahr bei gleicher Nahrungsmittelsituation veranlasst sahen, auf die Sorge, dass Lebensmittel unerschwinglich werden könnten, mit ordnungspolitisch fragwürdigen Exportrestriktionen zu reagieren. Das derzeitige Agrarpreisniveau suggeriert indes einen Überfluss an Nahrungsmitteln.
Für Kalidüngemittel ist weiterhin zu erwarten, dass die weltweite Nachfrage bald wieder spürbar wachsen wird. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass das Kapazitätswachstum in der Kalibranche auch mittelfristig mit diesem Nachfragewachstum bestenfalls Schritt halten kann, so dass Kali auch künftig knapp bleiben wird. Daran sollte K+S als weltweit viertgrößter Einzelproduzent spürbar partizipieren.
Die im Finanzbericht 2007 beschriebene künftige Branchensituation im Geschäftsbereich Salz behält ihre Gültigkeit. Zusätzlich wird das Salzgeschäft im vierten Quartal erneut maßgeblich von der winterlichen Witterung beeinflusst sein. Dabei gehen wir sowohl für den europäischen als auch für den nordamerikanischen Markt von mittleren langjährigen Absatzwerten aus, die jedoch den bisherigen Rückstand bei Auftausalzabsätzen im laufenden Jahr nicht werden ausgleichen können.
Der Umsatz der K+S Gruppe wird im Geschäftsjahr 2008 gegenüber dem Vorjahr kräftig zulegen. Getragen wird diese Einschätzung insbesondere von höheren Umsätzen in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte, fertiva und COMPO infolge starker Preisanhebungen auf den Weltmärkten für Kali- wie Stickstoffdüngemittel. Für das Gesamtjahr 2008 wurde bislang ein Umsatz von 5,3 bis 5,5 Mrd. € (Vorjahr: 3,3 Mrd. €) erwartet; aufgrund der derzeit infolge der weltweiten Finanzkrise festzustellenden Kaufzurückhaltung bei Düngemitteln sollte der Umsatz nun annähernd den Wert am unteren Ende der Spanne, d. h. knapp 5,3 Mrd. €, erreichen.
Die operative Kostenentwicklung ist in diesem Jahr in erster Linie bestimmt durch einen deutlichen Anstieg der Kosten für Energie als auch der zur Herstellung stickstoffhaltiger Düngemittel notwendigen Einsatzstoffe. Die Personalkosten dürften sich aufgrund der diesjährigen Tariferhöhung sowie infolge eines moderaten Aufbaus der Belegschaft um sechs bis sieben Prozent erhöhen. So werden die bereits beschriebenen stark gestiegenen und den Kostenzuwachs deutlich übertreffenden Durchschnittserlöse im Düngemittelbereich zu einem im Vergleich zum Vorjahr sehr viel höheren operativen Ergebnis EBIT I führen. Wir gingen beim operativen Ergebnis EBIT I für die K+S Gruppe in diesem Jahr von einem Wert zwischen 1,4 und 1,6 Mrd. € aus (Vorjahr: 285,7 Mio. €); eine der derzeit festzustellenden Zurückhaltung in der Landwirtschaft Rechnung tragende, vorsichtigere Mengeneinschätzung für das vierte Quartal führt dazu, dass wir das operative Ergebnis EBIT I für das Gesamtjahr am unteren Ende der Spanne, d. h. bei etwa 1,4 Mrd. €, sehen.
Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern sollte bei einem im Vergleich zum Vorjahr etwas verbesserten Finanzergebnis sowie einer Konzernsteuerquote von etwa 27 bis 28 % (2007: 29,9 %) der operativen Ergebnisentwicklung folgend kräftig zulegen: Wir erwarten allerdings hier infolge der vorsichtigeren Einschätzung des vierten Quartals einen Wert am unteren Ende der bisher prognostizierten Spanne, d. h. etwa 1,0 Mrd. € (Vorjahr: 175,3 Mio. €). Dies entspräche einem bereinigten Ergebnis je Aktie von etwa 6,00 €/Aktie (Vorjahr: 1,06 €/Aktie).
Unser Ausblick für das Jahr 2008 stützt sich im Kern auf folgende Prämissen:
• einen US-Dollarkurs im vierten Quartal von durchschnittlich 1,30 USD/EUR,
• ein Absatzvolumen von Kalidüngemitteln von insgesamt 7,2 Mio. Tonnen im Jahr 2008 sowie
• ein in Europa und Nordamerika durchschnittliches Auftausalzgeschäft im vierten Quartal.
Es bleibt weiterhin Schwerpunkt unserer Strategie, in den angestammten Geschäftsfeldern zu wachsen; dies schließt Akquisitionen und Kooperationen ein.
Wie bereits im Finanzbericht 2007 prognostiziert, sollte der Umsatz im Jahr 2009 weiter zulegen; getragen wird diese Einschätzung vor allem von der Erwartung attraktiver Durchschnittserlöse im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte sowie einer angenommenen Normalisierung des Auftausalzgeschäfts im nächsten Jahr. Auch beim operativen Ergebnis sehen wir Chancen einer weiteren Steigerung, die sich auch auf das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern positiv auswirken dürfte. Sollten sich allerdings die stark gefallenen Getreidepreise in den kommenden Monaten nicht substanziell erholen und die knappe Versorgungslage bei Nahrungs- und Futtermitteln nicht entsprechend widerspiegeln, könnte dies zu stärker als bislang erwarteten Mengen- und damit Ergebniseinbußen führen. Dieses Szenario hätte allerdings zur Folge, dass das künftige Getreideangebot die auch in Krisenzeiten als relativ stabil einzuschätzende Getreidenachfrage spürbar unterschreiten und dann wiederum einen starken Preisimpuls bei Agrarprodukten auslösen sollte. Als weltweit bedeutender Kali- und Stickstoffdüngemittelanbieter ist K+S mittel- und langfristig sehr gut positioniert, um am weltweiten Nachfragewachstum bei mineralischen Düngemitteln erfolgreich teilzuhaben.
Wir verfolgen eine ertragsorientierte Dividendenpolitik. Die K+S-Aktie soll auch künftig eine wachstums- und renditestarke Anlage bleiben. Eine dem tendenziell hohen freien Cashflow Rechnung tragende Ausschüttungsquote von 40 bis 50 % des bereinigten Konzernergebnisses nach Steuern bildet die Grundlage für die mit dem Aufsichtsrat gemeinsam zu bestimmende Höhe der künftigen Dividendenvorschläge. Der erwartete deutliche Anstieg des bereinigten Konzernergebnisses nach Steuern sollte sich positiv auf die künftige Dividendenzahlung auswirken.
Künftige Finanzierungsstruktur
Die K+S Gruppe verfügt bei einer aktuellen Nettoverschuldung (inklusive langfristiger Rückstellungen) von 633,6 Mio. € sowie aufgrund eines zu erwartenden hohen operativen wie auch freien Cashflows über eine starke finanzielle Basis. Dies bedeutet, dass wir flexibel auf Investitions- und Akquisitionschancen reagieren können. In Anbetracht des erwarteten deutlichen Ergebnisanstiegs und ohne Berücksichtigung möglicher Akquisitionen, Aktienrückkäufe oder CTA-Dotierungen sollte sich das Niveau unserer Finanzschulden gegen Ende des Jahres weiter reduzieren; wir erwarten unter diesen Voraussetzungen zum Jahresende eine Eigenkapitalquote von gut 50 % und einen Verschuldungsgrad zwischen 20 und 30 %.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter der K+S Aktiengesellschaft
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Der Vorstand, 5. November 2008
Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der K+S Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen stellen Einschätzungen dar, die wir auf der Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zu Grunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit geschilderten Erwartungen abweichen.