K+S
Weltkarte

Lagebericht

Ausführliche Informationen zum abgelaufenen Geschäftsjahr finden Sie im Finanzbericht 2008, den Sie auf unserer Internetseite www.k-plus-s.com abrufen bzw. bestellen können.

 

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Wachstumstempo der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2008 mit 3,1 % spürbar abgeschwächt und damit vor allem im vierten Quartal stärker verlangsamt als noch im Finanzbericht 2007 prognostiziert. Die Auswirkungen der US-Immobilienkrise beeinflussten die globalen Kredit- und Finanzmärkte zunehmend negativ. So breitete sich der wirtschaftliche Abschwung von den USA ausgehend auf sämtliche Volkswirtschaf- ten der Industrieländer aus. In den Schwellenländern wuchs die Wirtschaft hingegen noch deutlich – in China hat sich beispielsweise das Wachstum auf Jahressicht um 9,1 % erhöht. Am Jahresende waren jedoch auch dort Zeichen der Abkühlung festzustellen. Mit massiven Leitzinssenkungen, Konjunkturprogrammen und umfangreichen Maßnahmen zur Stützung der Finanzmärkte wurde und wird weltweit versucht, den rezessiven Tendenzen entgegenzuwirken und eine konjunkturelle Stabilisierung herbeizuführen. Die amerikanische Federal Reserve Bank (FED) ging am Jahresende 2008 sogar zu einer Nullzinspolitik über. Die Verteuerung an den Rohstoffmärkten führte bis Mitte des Jahres in den meisten Volkswirtschaften zu einer deutlich steigenden Inflationsrate, die zum Jahresende vor dem Hintergrund dann fallender Rohstoffpreise allerdings wieder abflachte.

In der Europäischen Union führte vor allem die konjunkturelle Abwärtsbewegung im vierten Quartal dazu, dass die Wirtschaftsleistung der EU-27 nach vorläufigen Schätzungen um lediglich 1,2 % wuchs. Angesichts der anhaltenden Auswirkungen der Finanzkrise wurden die Leitzinsen von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf, nach einer Erhöhung im Juli auf 4,25 %, in drei Schritten auf 2,50 % im Dezember abgesenkt. Die Inflationsrate nahm zwar bis Mitte des Jahres auf 4,6 % zu, angesichts fallender Rohölpreise ging sie am Jahresende jedoch wieder auf 1,6 % zurück und betrug damit im Jahresdurchschnitt 3,7 %.

Die deutsche Wirtschaft wuchs mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,3 % deutlich langsamer als im Vorjahr; dies ist vor allem auf die merkliche Abkühlung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen. Auch eine expansive Geldpolitik der EZB und die ab Mitte des Jahres stark sinkenden Rohstoffpreise haben keine nennenswerten konjunkturellen Impulse ausgelöst. Die Beschäftigung erreichte im Jahresverlauf Höchststände und löste Nachfrageanreize aus, die sich erst am Jahresende etwas abschwächten. Die Inflationsrate des Jahres 2008 lag in Deutschland mit 2,8 % über der des Vorjahres (2007: 2,3 %).

Auf den Rohstoffmärkten zeigte sich im Jahresverlauf ein uneinheitliches Bild. Nachdem sich der Ölpreis bis zur Mitte des Jahres auf ein Rekordniveau von 146 US-Dollar je Barrel verteuert hatte, fiel er anschließend in wenigen Monaten um fast 70 % auf ein Niveau von 46 US-Dollar am Jahresende. Im Jahresdurchschnitt kostete ein Barrel Öl mit knapp 99 US-Dollar trotzdem noch etwa 26 US-Dollar bzw. 36 % mehr als im Jahr 2007. Die meisten Grundstoffe, wie Metalle und Agrarrohstoffe, folgten dem Ölpreisverlauf und verbilligten sich nach Höchstständen zur Jahresmitte bis zum Ende des Jahres deutlich.

Die Entwicklung an den internationalen Devisenmärkten war von einem fortwährend schwachen US-Dollar geprägt. Erst gegen Ende des Jahres erholte sich der US-Dollar spürbar und notierte Ende Dezember gegenüber dem Euro nur noch rund 4 % schwächer als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt hat der US-Dollar gut 7 % abgewertet (2008: 1,47 USD/EUR; 2007: 1,37 USD/EUR).

Auswirkungen auf K+S

Die Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von K+S:

   Der wirtschaftliche Aufschwung in den Schwellenländern hatte weiterhin Bestand und verbesserte das Wohlstandsniveau der dortigen Bevölkerung. Dies steigert den weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch an Nahrungsmitteln, u. a. auch an Fleisch, und erhöht den Druck auf das weltweite Agrarsystem, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Auch der für unsere chilenische Tochtergesellschaft SPL wichtige südamerikanische Gewerbe- und Industriesalzmarkt wuchs im Einklang mit der dortigen Wirtschaftsentwicklung.

  Im Zuge der Finanzkrise führen die stark rückläufigen Getreidepreise in der Landwirtschaft zu Verunsicherung über die künftige Ertragssituation. Auf das dadurch beeinflusste und sich im vierten Quartal abzeichnende zurückhaltendere Ordervolumen der Landwirtschaft, insbesondere in Europa, hat K+S mit einer Drosselung der Produktion von Kalidüngemitteln reagiert. Auf allen deutschen Kalistandorten wurden im vierten Quartal insgesamt rund 400.000 t Kaliumchlorid weniger produziert als geplant. Die Produktion von Spezial- und Industrieprodukten wurde aufrechterhalten.

  Unsere Produktionskosten sind in nicht unerheblichem Maße von Energiekosten, insbesondere für den Bezug von Gas, beeinflusst. Nachdem die Energiepreise im ersten Halbjahr stark gestiegen sind und sich dies mit einem Zeitverzug von sechs bis neun Monaten in unserer Kostenrechnung niederschlägt, haben sich unsere Energiekosten im Gesamtjahr 2008 deutlich erhöht. Der in der zweiten Jahreshälfte zu beobachtende deutliche Rückgang der Energiepreise hatte aufgrund der vereinbarten Energiebezugsklauseln mit unseren Lieferanten noch keine Auswirkungen auf die Energiekosten der K+S Gruppe im vergangenen Jahr.

  Zum Jahreswechsel 2007/2008 hatten wir unser US-Dollarkurssicherungssystem umgestellt. Es werden seitdem Optionen eingesetzt, die für das Jahr 2008 zunächst einen „worst case“ bei etwa 1,51 USD/EUR inkl. Kosten absicherten. Im zweiten Halbjahr konnten wir dann jedoch an einem stärker werdenden US-Dollar partizipieren. Der Entwicklung an den Devisenmärkten folgend ergab sich im Vergleich zum Jahr 2007 für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte insgesamt ein deutlich schwächerer durchschnittlicher Umrechnungskurs von etwa 1,46 USD/EUR (2007: 1,33 USD/EUR).

  Neben dem absoluten Währungsverhältnis ist auch der relative Vergleich zwischen dem Euro sowie den Währungen unserer Wettbewerber jeweils zum US-Dollar für uns von besonderer Bedeutung. Ein schwacher US-Dollar hat bei den meisten Kaliproduzenten der Welt einen negativen Einfluss auf die Erlöse in ihrer jeweiligen Landeswährung; dies liegt daran, dass der Großteil der weltweiten Kaliproduktion außerhalb des US-Dollarraums liegt, jedoch beinahe sämtliche Verkäufe mit Ausnahme des europäischen Markts in US-Dollar fakturiert werden.

© K+S Aktiengesellschaft